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Gaschghai
19. Jhd.
264 X 150 cm

"Es ist festzustellen, daß eine große Gruppe der Nomaden - Arbeiten in Gestaltung und Inhalt eine enge Verwandtschaft mit bestimmten Strömungen der westlichen Kunst seit Beginn des 20. Jahrhunderts aufzuweisen scheinen. Die moderne westliche Malerei hat seit Beginn unseres Jahrhunderts die Möglichkeiten der abstrakten Gestaltung und damit auch der Ausdruckskraft elementarer geometrischer Formen für sich entdeckt. Vorbereitet durch den Kubismus begann um 1912 eine Entwicklung, die konsequent die reinen Grundwerte von Fläche, Form und Farbe als konkrete Gestaltungsmittel eingesetzt hat. Kasimir Malewitsch, Piet Mondrian sowie das 1919 gegründete Bauhaus in Weimar wurden zur fundamentalen Basis für diese Kunsthaltung. Die abstrakten Kompositionen bei den Kelims und besonders Gabbehs sind uralt. Sie wurden über hunderte, vielleicht tausende von Jahren tradiert. Den schlichten und geometrischen Aufbau sowie die intensiven Farben vieler Arbeiten der Nomaden zeichnen ein starke Expressivität aus. Die klaren Streifenstrukturen der Kelims und Jajims bilden erstaunliche Gemeinsamkeiten mit den

Bauhaustextilien. Kelims mit ungemusterten, dadurch in der Farbwirkung intensiviertem Innenfeld z.B. monochrome Kelims gehören zu den eindrucksvollsten Arbeiten der Nomaden. Ähnlich wie in den Bildern einiger Maler der Moderne(Barnett Newman, Mark Rothko, Yves Klein), hat hier die Farbe an sich Priorität und entfaltet ein Eigenleben. Diese bewußte gestalterische Grundhaltung bei Nomaden-Arbeiten, gilt als letzte Vereinfachung und Abstraktion des nichtgegenständlichen Raum-Erlebnisses. Wie sind hier die Parallelen zwischen Nomaden-Arbeiten, die aus einem ganz anderen Hintergrund entstanden sind, und der klassischen modernen Malerei zu erklären? Welche Einwirkungen und Befruchtungen hat die nomadische Kunst auf die abendländische Kunst ausgeübt ? Zu den vielfältigen Beziehungen und Anleihen, die die Künstler des 20. Jhd. bei der Nomaden-Kunst gemacht haben, gab Paul Klee selbst einen interessanten Hinweis: "Die Wege scheinen oft sehr neu, ohne es im Grunde vielleicht zu sein." Dieses Thema ist inzwischen Gegenstand von Forschung und Ausstellungen geworden."

Auszug aus Nomaden im Iran, Dokumentation nomadischer Kelims und Teppiche, Dr. Razi Hejazian, Berlin

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